In manchen Bundesländern – wie beispielsweise Rheinland-Pfalz – ist der Besuch des Polizeipräsidiums Pflicht. Dort werden die Referendare über die Polizeiorganisation sowie die verschiedenen Tätigkeitsfelder informiert. Meist gibt es anschließend eine Besichtigung, bei der ihnen unter anderem die Leitstelle gezeigt wird. Leistet man diesen Teil der praktischen Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft ab, nimmt man regelmäßig als Sitzungsvertreter an Strafverhandlungen beim Amtsgericht teil. Vor Gericht muss auch immer eine Robe getragen werden, die jedoch ausgeliehen werden kann. Weiße Bluse oder Schal für die Frauen, weiße Krawatte oder Fliege für die Männer ist außerdem Pflicht. Spannende Zusatzveranstaltungen in der Strafrechtsstation Die Station bei der Staatsanwaltschaft bietet viele Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen. Nimmt man diese aktiv wahr, kann man die Strafstation sehr interessant gestalten, selbst wenn man ansonsten mit Strafrecht weniger anfangen kann. Ob man dabei einen interessierten und engagierten Ausbilder an seiner Seite hat, ist natürlich auch hier wie in jeder Station ein Glücksfall. Noch bevor die Strafrechtsstation überhaupt begonnen hat, sind viele Referendare nervös und haben Angst vor dem ersten selbständigen Sitzungsdienst. Zum ersten Mal in seiner juristischen Laufbahn allein als Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft vor Gericht auftreten zu dürfen ist schon aufregend. Die Strafrechtsstation dauert je nach Bundesland drei, dreieinhalb oder vier Monate.

Sie beginnt in der Regel mit einem Einführungslehrgang. In Hessen und NRW besteht außerdem die Möglichkeit, die Strafstation teilweise im Ausland zu absolvieren. Zu den Aufgaben als Sitzungsvertreter gehört es, die Anklageschrift zu Beginn der Verhandlung vorzutragen. Während der Verhandlung sollte alles Relevante notiert werden, um am Ende das Plädoyer zu halten. In der Regel werden die Referendare in der Strafrechtsstation einem Staatsanwalt zugewiesen, der den praktischen Teil der Ausbildung übernimmt. Einige Referendare werden einem Strafrichter zugeteilt, wenn sie eine entsprechende Zuteilung beantragen, beispielsweise aufgrund eines späteren Berufswunsches.